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Das Motel der Mysterien – Ein archäologisches Szenario der Zukunft

Mittwoch, 27.03.2019, 18:00 Uhr
David Macaulay (preisgekrönter Autor und Grafiker aus Vermont, USA)
Titel: Das Motel der Mysterien – Ein archäologisches Szenario der Zukunft

Wir schreiben das Jahr 4022 nach (!) Christus. Der Selfmade-Archäologe Howard Carson spürt auf dem nordamerikanischen Kontinent rätselhafte Relikte der Yankee-Kultur auf, die durch die Katastrophe des Jahres 2019 urplötzlich zugrunde gegangen war. An einer breiten Prozessionsstraße legt Carson einen Gebäudekomplex frei, der von den Yankees als »Motel« bezeichnet wurde. Der Archäologe ist sich sicher: Es muss sich um eine bedeutende Kult- und Grabstätte handeln.

Carson kann sein Glück kaum fassen, als er auf ein ungestörtes Grab stößt, das noch mit einem „Do not disturb“-Siegel verschlossen ist. Im Inneren finden sich neben zwei Bestattungen zahllose Kostbarkeiten, darunter ein großer Altar mit gläserner Front, der zur Kommunikation mit den Göttern diente, und ein Weihwasserwedel aus purem Plastik, den man neben einer heiligen Quelle platziert hatte. Schritt für Schritt entschlüsselt Howard Carson die Rätsel des „Motels der Mysterien“.

In seiner gleichnamigen Grafik-Novelle beschreibt der berühmte Autor und Grafiker David Macaulay auf humoristische Weise, welche Spuren unsere heutige Zivilisation wohl hinterlässt und wie künftige Forscher diese Relikte fehldeuten könnten. Augenzwinkernde Verweise auf reale Entdeckungen und Persönlichkeiten der Archäologie inklusive! Macaulay wurde vor allem durch seine Kinder- und Jugendbücher zu archäologischen und technischen Themen berühmt, die in zwölf Sprachen erscheinen und vielfach ausgezeichnet sind, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

David Macaulay gibt in seinem kostenfreien Vortrag, den er in leicht verständlichem Englisch hält, nicht nur einen Überblick über Story und Zeichnungen des „Motels der Mysterien“, sondern beschreibt auch die Genese des 1979 erschienen Buches: von der ersten Idee über Fotostudien und Entwurfsskizzen bis hin zur Umsetzung der prägnanten Tuschezeichnungen. Dabei erfahren die Besucher, was es mit einem Anatomieskelett in Macaulays VW auf sich hatte, wie seine Verwandten und er selbst als Modelle herhalten mussten und dass es mit der Ausstellung »Great Moments in Architecture« schon einen nicht minder grotesken Vorgänger gab. Im Anschluss an den Vortrag signiert Macaulay Exemplare des „Motels der Mysterien“, die im Museumsshop erhältlich sind.M

Vortrag 27.Februar 2019: MIT DEN AUGEN DES EROBERERS – Kelten in der römischen Münzprägung

Am Mittwoch, den 27. Februar 2019, ist Dr. des. David Biedermann M.A., von der PRO ARCH Prospektion und Archäologie GmbH, im Museum zu Gast.

Bereits vom Beginn seiner jahrhundertelang andauernden Expansion an kam der Stadtstaat Rom immer wieder mit Völkerschaften in Berührung, die man unter dem Oberbegriff Kelten fassen kann. Seien es die Bewohner der nördlichen Apennin-Halbinsel, die Stämme der südfranzösischen Gebiete sowie des Alpenlandes, die spanischen Keltiberer oder später die Einwohner des weiter nördlich gelegenen Gallien: Sie alle standen den Römern zu unterschiedlichen Zeiten gegenüber – und dies zumindest zunächst meist feindlich. Entsprechend waren die Kelten während der römischen Republik, aber auch bis in die Kaiserzeit hinein stetig ein militärischer Gegner und damit Gegenstand des öffentlichen Diskurses.

Dies schlug sich einerseits in literarischen Quellen nieder, hinterließ andererseits aber auch Spuren in der bildlichen Sphäre der römischen Kultur.

Der Vortrag nimmt die Zuhörer mit auf einen Rundgang durch die römische Münzprägung und fragt, welchen Niederschlag die Auseinandersetzungen mit den Kelten in ihr fanden. Als offiziellem Medium des römischen Staates kommen den Münzen insofern eine besondere Bedeutung zu, als sie Rückschlüsse nicht nur über eine persönliche Sicht auf diesen langjährigen Feind erlauben, sondern in gewissem Maß Spiegel des staatlichen Narratives sind. Wie wurden also Kelten und die Kriege mit ihnen auf römischen Prägungen dargestellt? Welche Symbole kamen hierfür zum Einsatz? Was sagt dies über die römische Sicht auf diese „barbarischen“ Völker und über das römische Selbstverständnis aus?

Die Bilderwelt der Kelten

AKTUELLE SONDERAUSSTELLUNG VERLÄNGERT!
„Die Bilderwelt der Kelten“ läuft nun bis zum 24.02.2019

Das Jahr 2019 beginnt mit einer guten Nachricht aus dem kelten römer museum: Die aktuelle Sonderausstellung „Die Bilderwelt der Kelten“ wird aufgrund des großen Besucherinteresses und eines modifizierten Zeitplans für die kommenden Standorte bis Sonntag, den 24. Februar 2019, verlängert. Damit haben Besucher einen Monat mehr Zeit, die 100 präsentierten Highlights keltischer Kunst zu bewundern. Mit ihren reichen Verzierungen geben sie spannende Einblicke in die Welt- und Glaubensvorstellungen der Kelten.

Für den Februar sind auch zwei museumspädagogische Zusatztermine geplant: Am Sonntag, den 10.02.2019, veranstaltet das Museumsteam um 14:00 Uhr einen Workshop zum Thema „Vogelköpfe und Fabelwesen – Fertigung eines Schatzkästchens“ für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren. Eine Anmeldung ist erforderlich unter museumswerkstatt@museum-manching.de. Zudem findet am Sonntag, den 17.02.2019, um 14:00 Uhr eine offene Führung durch die Sonderausstellung statt. Eine Anmeldung wird empfohlen unter der oben genannten Mail-Adresse.

Nach der Präsentation in Manching wandert die aufwendig inszenierte Ausstellung in das französisches Partnermuseum BIBRACTE weiter.

Vortrag 16. Januar 2019: Abendvortrag „Tempelkult und Opfergruben“ von Holger Wendling

Am Mittwoch, den 16. Januar 2019, ist dann Dr. Holger Wendling, der Leiter des Keltenmuseums Hallein/Österreich, im Rahmen der Reihe „Manchinger Vorträge zur Archäologie und Geschichte“ im Museum zu Gast. Er referiert ab 18:00 Uhr über „Tempelkult und Opfergruben – Keltische Religion im Oppidum von Manching“. Die Sonderausstellung ist bis zum Beginn des Vortrages geöffnet.

Wendling gibt in seinem kostenfreien Abendvortrag einen Überblick zum hiesigen Oppidum, das bekanntlich als besterforschte Keltenstadt der Antike gilt. Seit Beginn der systematischen Ausgrabungen in den 1950er Jahren bieten Tausende von Funden und Siedlungsresten einzigartige Einblicke in das städtische Leben vor über 2000 Jahren. Die Auswertung der Siedlungsstrukturen im Zentrum des Oppidums bietet weitreichende neue Erkenntnisse zur Bebauung, Wirtschaft und Alltag der keltischen Großsiedlung.

Neben Handwerk und Handel prägte besonders die Religion dastagtägliche Miteinander der Menschen. Vielfältige Spuren lassen den Glauben und die religiösen Bilder der Stadtbevölkerunglebendig werden: Gräber aus der Frühzeit der Manchinger Siedlung vermittelnInformationen zum Jenseitsglauben, Deponierungen von Tierschädeln,Keramikgefäßen und Menschenknochen in Opfergruben beleuchten den Alltagskult,Kultstatuen und Tierdarstellungen erzählen von Götterverehrung undGlaubenswelten. In mehreren Kultbezirken dienten Tempel als religiöse Zentrenim Stadtbild und schufen den Rahmen für die geometrische Konstruktion derSiedlung und ihres Befestigungsrings. Religiöse Bilder und Strukturenbestimmten also gleichermaßen das individuelle Leben wie das Wachsen undSchicksal der städtischen Gemeinschaft.

WEIHNACHTSBAZAR mit Familienprogramm im kelten römer museum

Am Sonntag, den 16. Dezember, veranstaltet das kelten römer museum manching ab 10:00 Uhr einen großen Weihnachtsbazar mit Begleitprogramm.

Die Gäste können sich durch ein reiches Sortiment an Büchern, CDs, Filmen, Spielen, Spielzeug, Kleidung, Porzellan, Kleinmöbeln und weiteren Flohmarktartikeln wühlen. Als besondere Highlights stehen auch Objekte aus vergangenen Sonderausstellungen zum Verkauf: von großformatigen Wandbildern bis hin zu mongolischen Hockern und Tischen.

Für das leibliche Wohl sorgt ein Kuchentisch des Keltisch-Römischen Freundeskreises Manching.

Um 11:00 Uhr betritt Ulrike Mommendey die Bühne und erzählt winterliche und weihnachtliche Märchen: Mit dem fliegenden Teppich, der Zauberflöte, einer Handvoll Magie und einem Koffer voller Geschichten entführt die Geschichtenerzählerin ihre großen und kleinen Zuhörer ins Land der Phantasie. Dort erfahren sie das Geheimnis der Weihnacht und auch, warum der Schnee eine weiße Farbe hat. Ihre Geschichten begleitet Ulrike Mommendey mit verschiedenen Instrumenten und weihnachtlichen Melodien.

Um 14:00 bietet das Museumsteam dann einen Workshop für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an. Er widmet sich dem Thema „Wirbel, Blüten und Gesichter – Gestaltung eines Windlichts mit keltischen Motiven“. Um

15:00 Uhr findet außerdem noch eine offene Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Die Bilderwelt der Kelten“ statt. Für diese beiden Programmpunkte wird eine Anmeldung empfohlen unter museumswerkstatt@museum-manching.de.

Der Keltisch-Römische Freundeskreis im Geschichtspark „Bärnau Tachov“ – Eine spannende Tagestour auf den Spuren der Slawen

Ziel der diesjährigen Fahrt war das archäologische Freilandmuseum Geschichtspark Bärnau-Tachov in der nördlichen Oberpfalz unweit der tschechischen Grenze.

Der mit Mitteln der Europäischen Union geförderte Geschichtspark ist mit rund 30 rekonstruierten Gebäuden aus dem Mittelalter das größte Museum seiner Art im deutschsprachigen Raum. In drei Siedlungsgruppen sind z.B. ein slawisches Langhaus, eine Turmhügelburg mit dazugehörigen Wohn- und Nebengebäuden, eine frühchristliche Kirche sowie eine große Herberge aus dem 9. – 13 Jahrhundert n. Chr. zu besichtigen. Das Gelände wird derzeit um eine Kaiserliche Burg erweitert. Es führte nämlich die historische „Goldene Straße“ durch Bärnau, so dass dort der Überlieferung zufolge Könige und Kaiser mit ihrem gesamten Tross häufig Rast machten. Die Goldene Straße war seit dem 13. Jahrhundert der wichtigste Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag. Kaiser Karl IV. erklärte diese Straße zur Reichsstraße und verfügte, dass nur auf ihr die böhmischen Könige ihren Weg zu den Reichstagen und Kaiserwahlen nehmen sollten. Er selbst reiste 52-mal auf der Goldenen Straße.

Nach einer ca. 1 ½ stündigen Besichtigung des Geschichtsdorfs und hochinteressanten Erläuterungen durch die ehrenamtlichen Führer des örtlichen Fördervereins sowie einer kurzen Einkehr in der an den Geschichtspark angegliederten Gaststätte, führte die Studienfahrt zurück an die Donau in die Hauptstadt der Oberpfalz, der ehemaligen Reichsstadt Regensburg. Bei herrlichem Herbstwetter bestand die Gelegenheit die frisch restaurierte Steinerne Brücke und die moderne Fassade des neu errichteten „Haus der Bayerischen Geschichte“ zu besichtigen – so mancher fühlte sich dabei an eine mausgraue Schallschutzwand, ein neues Parkhaus oder gar eine weitere Shopping Mall erinnert. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch des immer wieder faszinierenden Regensburger Doms oder zum Bummeln durch die bezaubernden Gassen der Regensburger Altstadt, die seit 2006 zum UNESCO-Welterbe zählt.