Mittwoch · 13.05.2026 · 18:00 Uhr
Dr. Sarah Japp (Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin)
Manchinger Vorträge zur Archäologie und Geschichte
kelten römer museum manching · Im Erlet 2 · D-85077 Manching
»Arabia Felix«, zu Deutsch: »Glückliches Arabien«, so nannten antike Autoren den südwestlichen Teil der Arabischen Halbinsel, das Gebiet des heutigen Jemen. Und in der Tat: Schon im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. entstanden dort faszinierende Kulturen wie das sagenumwobene Reich von Saba. Geschickt nutzten die Menschen die lebenswichtige, aber seltene Ressource Wasser und kontrollierten den lukrativen Handel mit den begehrten Duftstoffen Weihrauch und Myrrhe, die über die berühmte Weihrauchstraße in die Mittelmeerwelt gelangten.
Diese Kombination aus technischer Raffinesse und wirtschaftlicher Weitsicht brachte den südarabischen Königreichen großen Wohlstand, ein Reichtum, der sich bis heute in eindrucksvollen Tempelanlagen und Stadtbefestigungen widerspiegelt. Lange Zeit entwickelten sich diese Reiche weitgehend eigenständig, geprägt von ihrer eigenen Sprache, Kunst und Religion. Doch mit der Zeitenwende begann eine Phase intensiven Austauschs: Über den Seehandel erreichten neue Ideen, Formen und Bilder die Region. Hellenistisch-römische Motive hielten Einzug in die Kunst – sichtbare Zeugnisse einer Welt, die enger vernetzt war, als man lange dachte.
Die archäologische Erforschung Südarabiens – etwa durch die Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts – steht noch am Anfang und wird durch die derzeitigen politischen Bedingungen stark beeinträchtigt. Umso mehr gilt es, dazu beizutragen, dass Südarabien nicht zu einem vergessenen Arabien wird.
Die Dauerausstellung ist am 13.05.2026 bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist nicht erforderlich.

© DAI, Orientabteilung
