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Von der Eselbastei zum Fort VIII

Am Mittwoch, den 5. Juni 2019, hält Dr. Gerd Riedel (Stadtmuseum Ingolstadt) ab 18:00 Uhr im kelten römer museum manching den kostenfreien Vortrag „Von der Eselbastei zum Fort VIII – Was bleibt von der Hauptlandesfestung Ingolstadt?“

In der Nachkriegszeit waren die Relikte der bastionären Festung des 16. bis 18. Jahrhunderts, vor allem aber der Königlichen Hauptlandesfestung in und um Ingolstadt für Jahrzehnte Notunterkünfte und ungeliebte Überbleibsel einer vom Militär geprägten Vergangenheit. Sie wurden gesprengt, ausgebeutet, einplaniert oder dem Verfall überlassen. Die 1957/58 errichtete Friedenskirche von Olaf Andreas Gulbransson in Manching und die Parkanlagen auf der Ingolstädter Hauptumwallung sind frühe Beispiele einer friedlichen Nutzung.

In den 1970er Jahren entdeckte man die Qualität der Militärbauten im Stadtkern von Ingolstadt wieder, renovierte sie und führte sie weitestgehend einer neuen, oft kulturellen Nutzung zu. Die demolierten Festungswerke unter dem Grün der Parkanlagen oder innerhalb des Vorwerksgürtels blieben dagegen meist in Vergessenheit. Die seit 2011 laufenden Ausgrabungen auf dem Ingolstädter Gießereigelände stehen für einen neuen Umgang mit den „verschwundenen“ Relikten der Festung, der auch zu einem neuen Blick auf alte Archiv- und Museumsbestände einlädt. Der Vortrag gibt einen Einblick in die nach wie vor reiche Überlieferung der Festungszeit.

Die Dauerausstellung des kelten römer museums und die aktuelle Studioausstellung „Die Kunst des Zeichnens“ sind am 5. Juni 2019 bis zum Beginn des Vortrages geöffnet.

Der Kult des Jupiter Dolichenus und seine Ursprünge

Am Dienstag, den 14. Mai 2019, gastiert Prof. Dr. Engelbert Winter (Forschungsstelle Asia Minor – Westfälische Wilhelms-Universität Münster) im kelten römer museum manching. Er berichtet ab 18:00 Uhr unter dem Titel „Der Kult des Jupiter Dolichenus und seine Ursprünge – Ein heiliger Ort im antiken Nordsyrien“ über seine Ausgrabungen im antiken Doliche.

Der Gott Jupiter Dolichenus erlangte im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. im gesamten Römischen Reich große Popularität. Trotz einer Vielzahl archäologischer und epigraphischer Zeugnisse vor allem aus den Rhein- und Donauprovinzen sind zentrale Fragen zum Jupiter Dolichenus und zu seinem Kult aber offen. So liegen insbesondere die Frühgeschichte des Kultes, seine potentiell altorientalischen Wurzeln, letztlich aber auch die Gründe dafür, dass der Stadtgott eines ansonsten wenig bedeutenden Ortes wie Doliche zu reichsweiter Bedeutung gelangen konnte, weiterhin im Dunkeln.

In Doliche, nahe der heutigen Großstadt Gaziantep (Türkei) gelegen, führt die Münstersche Forschungsstelle Asia Minor seit 2001 archäologische Untersuchungen durch. Sie vermehren kontinuierlich das Wissen über die Genese des Kultes, über den Kultvollzug sowie über die Ausstattung des Heiligtums. Der Vortrag zeigt den Transformationsprozess dieses „heiligen Ortes“ vom frühen 1. Jahrtausend v. Chr. bis zum byzantinischen Mittelalter auf und geht dabei insbesondere der Frage nach den Ursprüngen des Jupiter Dolichenus-Kultes nach.

Die Dauerausstellung des kelten römer museums und die aktuelle Studioausstellung „Die Kunst des Zeichnens“ sind am 14. Mai 2019 bis zum Beginn des Vortrages geöffnet.

Kostenfreier Abendvortrag: Die Via Claudia Augusta

Das heutige landläufige Bild eines Römers ist das eines Legionärs. Selten stellt man sich römische Kaufleute oder Verwaltungsbeamte vor. Dies würde aber für das Straßenbild der raetischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum, das heutige Augsburg, eher zutreffen. Im Unterschied zu anderen Städten des Reiches spielte das Militär hier nicht die bestimmende Rolle. Für diesen bedeutenden Handelsplatz hatte die dichte Erschließung mittels Land- und Wasserwegen entscheidende Bedeutung.

Die prominenteste Straße war die Via Claudia Augusta, die das Voralpenland mit Norditalien durch zwei Achsen verband. Das wichtige und außergewöhnliche Bodendenkmal wird seit Jahrzehnten archäologisch auf vielfältige Weise erkundet und dokumentiert. Kann man sich dabei auf alle Quellen verlassen?  Befunde und Funde beweisen häufig nur indirekt die Existenz einer Straße. War die Straße wirklich der wichtigste Handelsweg oder mussten die Güter nicht auf anderen Weg herbeigeschafft werden?

Trotz vieler Fragen entwickelte sich diese Trasse in der Gegenwart zu einem der meist genutzten Fernwanderwege in Europa. Tausende Touristen bewegen sich auf historischen Pfaden, die jedoch größtenteils für sie verborgen sind. Im Mittelpunkt steht deshalb die Frage wie die – meist unsichtbare – Via Claudia Augusta als lebendiges Denkmal sichtbar gemacht werden kann.

DIE KUNST DES ZEICHNENS

Neue Studioausstellung
DIE KUNST DES ZEICHNENS

Bei seinem Besuch im kelten römer museum manching bot der preisgekrönte Künstler David Macaulay (Vermont/USA) auch einen Zeichenkurs für das Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen an. Die Schülerinnen und Schüler fertigten unter Macaulays Anleitung Zeichnungen in Kohle auf Papier an, für die Funde aus keltischer und römischer Zeit als Motiv-Vorlagen dienten.

Die beeindruckenden Ergebnisse können bis Sonntag, den 21. Juli 2019, kostenfrei in der Sonderausstellungshalle des Museums bewundert werden. Neben den Schüler-Werken ist auch ein originalen „Macaulay“ ausgestellt, der die berühmten Achsnägel mit Raubvogelköpfen aus der Keltenstadt von Manching zeigt.

Abgerundet wird die Ausstellung durch einen Überblick über Macaulays Kinder- und Jugendbücher sowie seine Grafik-Novelle „Motel der Mysterien“. Sie beschreibt ein archäologisches Szenario der Zukunft: Der Hobby-Archäologe Howard Carson entdeckt im Jahr 4022 nach (!) Christus eine bedeutende Kult- und Grabstätte der rätselhaften Yankee-Kultur, die durch die Katastrophe des Jahres 2020 urplötzlich zugrunde gegangen war. Drei Highlight-Funde aus Carsons Ausgrabungen haben sogar den Weg in unsere Studioausstellung gefunden.

Das Motel der Mysterien – Ein archäologisches Szenario der Zukunft

Mittwoch, 27.03.2019, 18:00 Uhr
David Macaulay (preisgekrönter Autor und Grafiker aus Vermont, USA)
Titel: Das Motel der Mysterien – Ein archäologisches Szenario der Zukunft

Wir schreiben das Jahr 4022 nach (!) Christus. Der Selfmade-Archäologe Howard Carson spürt auf dem nordamerikanischen Kontinent rätselhafte Relikte der Yankee-Kultur auf, die durch die Katastrophe des Jahres 2019 urplötzlich zugrunde gegangen war. An einer breiten Prozessionsstraße legt Carson einen Gebäudekomplex frei, der von den Yankees als »Motel« bezeichnet wurde. Der Archäologe ist sich sicher: Es muss sich um eine bedeutende Kult- und Grabstätte handeln.

Carson kann sein Glück kaum fassen, als er auf ein ungestörtes Grab stößt, das noch mit einem „Do not disturb“-Siegel verschlossen ist. Im Inneren finden sich neben zwei Bestattungen zahllose Kostbarkeiten, darunter ein großer Altar mit gläserner Front, der zur Kommunikation mit den Göttern diente, und ein Weihwasserwedel aus purem Plastik, den man neben einer heiligen Quelle platziert hatte. Schritt für Schritt entschlüsselt Howard Carson die Rätsel des „Motels der Mysterien“.

In seiner gleichnamigen Grafik-Novelle beschreibt der berühmte Autor und Grafiker David Macaulay auf humoristische Weise, welche Spuren unsere heutige Zivilisation wohl hinterlässt und wie künftige Forscher diese Relikte fehldeuten könnten. Augenzwinkernde Verweise auf reale Entdeckungen und Persönlichkeiten der Archäologie inklusive! Macaulay wurde vor allem durch seine Kinder- und Jugendbücher zu archäologischen und technischen Themen berühmt, die in zwölf Sprachen erscheinen und vielfach ausgezeichnet sind, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

David Macaulay gibt in seinem kostenfreien Vortrag, den er in leicht verständlichem Englisch hält, nicht nur einen Überblick über Story und Zeichnungen des „Motels der Mysterien“, sondern beschreibt auch die Genese des 1979 erschienen Buches: von der ersten Idee über Fotostudien und Entwurfsskizzen bis hin zur Umsetzung der prägnanten Tuschezeichnungen. Dabei erfahren die Besucher, was es mit einem Anatomieskelett in Macaulays VW auf sich hatte, wie seine Verwandten und er selbst als Modelle herhalten mussten und dass es mit der Ausstellung »Great Moments in Architecture« schon einen nicht minder grotesken Vorgänger gab. Im Anschluss an den Vortrag signiert Macaulay Exemplare des „Motels der Mysterien“, die im Museumsshop erhältlich sind.M

Vortrag 27.Februar 2019: MIT DEN AUGEN DES EROBERERS – Kelten in der römischen Münzprägung

Am Mittwoch, den 27. Februar 2019, ist Dr. des. David Biedermann M.A., von der PRO ARCH Prospektion und Archäologie GmbH, im Museum zu Gast.

Bereits vom Beginn seiner jahrhundertelang andauernden Expansion an kam der Stadtstaat Rom immer wieder mit Völkerschaften in Berührung, die man unter dem Oberbegriff Kelten fassen kann. Seien es die Bewohner der nördlichen Apennin-Halbinsel, die Stämme der südfranzösischen Gebiete sowie des Alpenlandes, die spanischen Keltiberer oder später die Einwohner des weiter nördlich gelegenen Gallien: Sie alle standen den Römern zu unterschiedlichen Zeiten gegenüber – und dies zumindest zunächst meist feindlich. Entsprechend waren die Kelten während der römischen Republik, aber auch bis in die Kaiserzeit hinein stetig ein militärischer Gegner und damit Gegenstand des öffentlichen Diskurses.

Dies schlug sich einerseits in literarischen Quellen nieder, hinterließ andererseits aber auch Spuren in der bildlichen Sphäre der römischen Kultur.

Der Vortrag nimmt die Zuhörer mit auf einen Rundgang durch die römische Münzprägung und fragt, welchen Niederschlag die Auseinandersetzungen mit den Kelten in ihr fanden. Als offiziellem Medium des römischen Staates kommen den Münzen insofern eine besondere Bedeutung zu, als sie Rückschlüsse nicht nur über eine persönliche Sicht auf diesen langjährigen Feind erlauben, sondern in gewissem Maß Spiegel des staatlichen Narratives sind. Wie wurden also Kelten und die Kriege mit ihnen auf römischen Prägungen dargestellt? Welche Symbole kamen hierfür zum Einsatz? Was sagt dies über die römische Sicht auf diese „barbarischen“ Völker und über das römische Selbstverständnis aus?

Die Bilderwelt der Kelten

AKTUELLE SONDERAUSSTELLUNG VERLÄNGERT!
„Die Bilderwelt der Kelten“ läuft nun bis zum 24.02.2019

Das Jahr 2019 beginnt mit einer guten Nachricht aus dem kelten römer museum: Die aktuelle Sonderausstellung „Die Bilderwelt der Kelten“ wird aufgrund des großen Besucherinteresses und eines modifizierten Zeitplans für die kommenden Standorte bis Sonntag, den 24. Februar 2019, verlängert. Damit haben Besucher einen Monat mehr Zeit, die 100 präsentierten Highlights keltischer Kunst zu bewundern. Mit ihren reichen Verzierungen geben sie spannende Einblicke in die Welt- und Glaubensvorstellungen der Kelten.

Für den Februar sind auch zwei museumspädagogische Zusatztermine geplant: Am Sonntag, den 10.02.2019, veranstaltet das Museumsteam um 14:00 Uhr einen Workshop zum Thema „Vogelköpfe und Fabelwesen – Fertigung eines Schatzkästchens“ für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren. Eine Anmeldung ist erforderlich unter museumswerkstatt@museum-manching.de. Zudem findet am Sonntag, den 17.02.2019, um 14:00 Uhr eine offene Führung durch die Sonderausstellung statt. Eine Anmeldung wird empfohlen unter der oben genannten Mail-Adresse.

Nach der Präsentation in Manching wandert die aufwendig inszenierte Ausstellung in das französisches Partnermuseum BIBRACTE weiter.

Vortrag 16. Januar 2019: Abendvortrag „Tempelkult und Opfergruben“ von Holger Wendling

Am Mittwoch, den 16. Januar 2019, ist dann Dr. Holger Wendling, der Leiter des Keltenmuseums Hallein/Österreich, im Rahmen der Reihe „Manchinger Vorträge zur Archäologie und Geschichte“ im Museum zu Gast. Er referiert ab 18:00 Uhr über „Tempelkult und Opfergruben – Keltische Religion im Oppidum von Manching“. Die Sonderausstellung ist bis zum Beginn des Vortrages geöffnet.

Wendling gibt in seinem kostenfreien Abendvortrag einen Überblick zum hiesigen Oppidum, das bekanntlich als besterforschte Keltenstadt der Antike gilt. Seit Beginn der systematischen Ausgrabungen in den 1950er Jahren bieten Tausende von Funden und Siedlungsresten einzigartige Einblicke in das städtische Leben vor über 2000 Jahren. Die Auswertung der Siedlungsstrukturen im Zentrum des Oppidums bietet weitreichende neue Erkenntnisse zur Bebauung, Wirtschaft und Alltag der keltischen Großsiedlung.

Neben Handwerk und Handel prägte besonders die Religion dastagtägliche Miteinander der Menschen. Vielfältige Spuren lassen den Glauben und die religiösen Bilder der Stadtbevölkerunglebendig werden: Gräber aus der Frühzeit der Manchinger Siedlung vermittelnInformationen zum Jenseitsglauben, Deponierungen von Tierschädeln,Keramikgefäßen und Menschenknochen in Opfergruben beleuchten den Alltagskult,Kultstatuen und Tierdarstellungen erzählen von Götterverehrung undGlaubenswelten. In mehreren Kultbezirken dienten Tempel als religiöse Zentrenim Stadtbild und schufen den Rahmen für die geometrische Konstruktion derSiedlung und ihres Befestigungsrings. Religiöse Bilder und Strukturenbestimmten also gleichermaßen das individuelle Leben wie das Wachsen undSchicksal der städtischen Gemeinschaft.

WEIHNACHTSBAZAR mit Familienprogramm im kelten römer museum

Am Sonntag, den 16. Dezember, veranstaltet das kelten römer museum manching ab 10:00 Uhr einen großen Weihnachtsbazar mit Begleitprogramm.

Die Gäste können sich durch ein reiches Sortiment an Büchern, CDs, Filmen, Spielen, Spielzeug, Kleidung, Porzellan, Kleinmöbeln und weiteren Flohmarktartikeln wühlen. Als besondere Highlights stehen auch Objekte aus vergangenen Sonderausstellungen zum Verkauf: von großformatigen Wandbildern bis hin zu mongolischen Hockern und Tischen.

Für das leibliche Wohl sorgt ein Kuchentisch des Keltisch-Römischen Freundeskreises Manching.

Um 11:00 Uhr betritt Ulrike Mommendey die Bühne und erzählt winterliche und weihnachtliche Märchen: Mit dem fliegenden Teppich, der Zauberflöte, einer Handvoll Magie und einem Koffer voller Geschichten entführt die Geschichtenerzählerin ihre großen und kleinen Zuhörer ins Land der Phantasie. Dort erfahren sie das Geheimnis der Weihnacht und auch, warum der Schnee eine weiße Farbe hat. Ihre Geschichten begleitet Ulrike Mommendey mit verschiedenen Instrumenten und weihnachtlichen Melodien.

Um 14:00 bietet das Museumsteam dann einen Workshop für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an. Er widmet sich dem Thema „Wirbel, Blüten und Gesichter – Gestaltung eines Windlichts mit keltischen Motiven“. Um

15:00 Uhr findet außerdem noch eine offene Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Die Bilderwelt der Kelten“ statt. Für diese beiden Programmpunkte wird eine Anmeldung empfohlen unter museumswerkstatt@museum-manching.de.