Hervorgehobener Beitrag

FÜR DIE ZUKUNFT LEBENDIG

Der Keltisch-Römische Freundeskreis – Heimatverein Manching e.V., kurz KRFK,  wurde am 25. Oktober 1984 durch Herbert Mayr als anerkannter, gemeinnütziger Verein gegründet.

Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, die herausragende historische Bedeutung des keltischen Oppidums Manching und des Römerkastells für die Zukunft lebendig zu erhalten und in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu bringen.

Dies wurde zunächst erreicht durch die Einrichtung eines Heimatmuseums in Manching, dem Vorläufer des neu gegründeten heutigen Kelten Römer Museums Manching. Führungen, Vorträge und Studienfahrten sowie die Unterstützung des Museumsbeim Betrieb des Museums-Cafes, bei der Museumsaufsicht sowie bei der Organisation und Durchführung der Museumsfeste sind ebenfalls Teil des vielfältigen Aufgabenbereiches des Keltisch-Römischen Freundeskreises.

Wenn Sie Gefallen und Interesse an unserem Verein haben und als aktives oder förderndes Mitglied beitreten wollen, so sind Sie jederzeit herzlich willkommen. Zu diesem Zweck drucken Sie bitte die nachfolgende Beitrittserklärung aus und senden diese an folgende Adresse:

Keltisch-Römischer Freundeskreis Heimatverein Manching e.V.
c/o Dr. Georg Schweiger
Steinwies 22
84077 Manching

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Palisade, Wall und Graben – Herrenhöfe und Viereckschanzen der Eisenzeit in Bayern

Mittwoch · 16.11.2022 · 18:00 Uhr
Dr. Walter Irlinger (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München)

Der bayerische Landesarchäologe Dr. Walter Irlinger widmet sich in seinem spannenden Vortrag dem südlichen Deutschland der Eisenzeit, das ein vielfältiges Bild der Besiedlung aufwies. Neben den Höhensiedlungen, den spätkeltischen Oppida und den offenen unbefestigten Siedlungen prägen besondere Bauformen wie die »Herrenhöfe« der älteren Eisenzeit und die »Viereckschanzen« des 2. und 1. Jahrhunderts v. Chr. das Bild der Siedlungslandschaften. Obwohl sie zeitlich nicht direkt aufeinander folgen, zeigen sie ähnliche Elemente in der Bebauung und weisen auf eine Differenzierung der heimischen Besiedlung hin.

Während der älteren Eisenzeit gibt es die sogenannten Herrenhöfe. Sie zeichnen sich durch eine räumliche Abgrenzung gegenüber dem Umland aus. Grabensysteme und Palisadenzäune sind hier die typischen Elemente. Ihre besondere Stellung wird auch dadurch deutlich, dass sich in der Nähe häufig Grabhügelfelder befinden und sie an wichtigen Handelswegen errichtet wurden.

In der spätkeltischen Zeit prägen die vielfach nachgewiesenen »Viereckschanzen« das Bild der Siedlungslandschaften. Charakteristisch ist dabei die Kombination von Wall und Graben als äußere Begrenzung. Durch Ausgrabungen gibt es verschiedene Belege, dass ursprünglich auch die Kombination von Graben und Palisade, also ähnlich wie bei den »Herrenhöfen«, bestand. Unterschiede der Anlagen ergeben sich durch ihre Größe, Lage und ihrem räumlichen Bezug zu anderen Siedlungen. So ist zum Beispiel im Umland des Oppidums von Manching oder anderer Großsiedlungen in Bayern eine größere Zahl an »Viereckschanzen« bekannt.

Die aktuelle Sonderausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen« wurde bis zum 19.03.2023 verlängert und ist am 16.11.2022 bis zum Beginn des Vortrages von Herrn Irlinger geöffnet. Eine Anmeldung zum Vortrag ist nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

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Kleine Römer ganz groß!

Manchinger Sonderausstellung »Im Dienste Roms« wird verlängert

Leuchtende Kinderaugen, eine rege Beteiligung und begeisterte Kommentare! Die Modell- und Mitmachausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen« sollte eigentlich nur bis zum 6. November 2022 im kelten römer museum manching laufen. Aufgrund des großen Erfolges wird sie nun aber bis zum 19. März 2023 verlängert.

Ein Blick in das prall gefüllte Gästebuch zeigt, warum die Manchinger Erlebnisausstellung bei Jung und Alt auf so großes Interesse stößt. So lobt Familie Herre aus Wolnzach: »Einfach nur ein WOW für diese Ausstellung! Unsere Kinder (5 und 7 Jahre) sind begeistert – vor allem vom echten Reinfühlen in Kleidung und Rüstung.« Ähnlich äußern sich Anna und Tobias aus München: »Sehr schöne Ausstellung! Besonders die interaktiven Elemente machen sie lebendig.« Rommy und Claude kamen sogar aus Frankreich nach Manching. Ihr Kommentar: »Sehr interessant und abwechslungsreich! Die Anzahl der Figuren in den Modellen ist beeindruckend.« Schulbub Adrian zeigt sich ebenfalls begeistert: »Das Üben mit Schwert Hat mir am besten gefallen und die fielen Legionere.«

Museumsleiter Tobias Esch war sich daher schnell mit dem Leihgeber Mules of Marius einig, die Sonderausstellung gleich um vier Monate zu verlängern. Anlass boten nicht nur die guten Besucherzahlen, sondern vor allem – so Esch – das überzeugende pädagogisch-didaktische Konzept: »Das römische Militär war ein komplexes Gebilde, bei dem man schnell den Überblick verliert. Die Ausstellung meistert den Spagat, die antike Supermacht Rom auf lehrreiche, aber zugleich anschauliche, unterhaltsame und interaktive Weise erneut zum Leben zu erwecken.«

Kleine und große Gäste dürfen sich auf faszinierende Modelle mit Tausenden von Miniatursoldaten, lebensgroße Zeichnungen, originalgetreue Repliken und spannende Mitmachstationen freuen. Durch die geschickte Verteilung von Legionen kann man sein strategisches Talent demonstrieren, in voller Rüstung vor einer Fotowand posieren oder sich mit Schwert und Schild an einem Übungspfahl beweisen. Anfassen und Ausprobieren sind also ausdrücklich erwünscht.

Bei aller Faszination für die Effizienz und Schlagkraft der römischen Truppen geht es in der Ausstellung aber nicht um eine Glorifizierung des Krieges. Esch betont: »Das Militär war ein brutales Unterdrückungsinstrument, das dem Imperialismus Roms und dem persönlichen Machterhalt der Kaiser diente.« Gerade vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine werden also auch die Schattenseiten der römischen Armee beleuchtet. Hierfür steht sinnbildlich ein Modell, das einen grausamen Angriff römischer Soldaten auf ein germanisches Dorf zeigt.

Die verlängerte Sonderausstellung wird von einem Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops und Vorträgen begleitet:

Sonntag · 27.11.2022 · 14 Uhr · offene Führung
Donnerstag · 29.12.2022 · 14 Uhr · offener Workshop für Kinder ab 8 Jahren
Sonntag · 29.01.2023 · 14 Uhr · offene Führung
Sonntag · 26.02.2023 · 14 Uhr · offene Führung

Mittwoch · 18.01.2023 · 18 Uhr
»Cambodunum – Kempten: Von der ältesten Römerstadt Bayerns zum Archäologischen Park«
Kostenfreier Vortrag von Dr. Maike Sieler (Kempten)

Samstag · 04.02.2023 · 18 Uhr
»Unleash Hell – The Roman Army on Screen«
Kostenfreier Vortrag von Graham Sumner (Mold/GB) in englischem Originalton

Sonntag · 05.02.2023 · ab 13 Uhr
Blick hinter die Kulissen mit Graham Sumner und Mules of Marius
Englischkenntnisse erforderlich!

Fotos: Josef Holzmayr und Erich Reisinger

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Science Slam „HEUREKA! Wissenschaft trifft Humor“ 

„Heureka!“ – Mit diesem Ausruf auf den Lippen soll der berühmte griechische Mathematiker Archimedes nackt durch die Straßen von Syrakus getänzelt sein, nachdem ihm in der Badewanne eine bahnbrechende Erkenntnis zur Physik ereilt hatte *. Was lernen wir daraus? Wissenschaft kann maximal begeistern!

Und unter diesem Stern steht auch der erste Science Slam „HEUREKA!“ im kelten römer museum manching am Freitag, den 11. November 2022, um 19:30 Uhr.

Bei diesem Wettbewerb haben die Kandidatinnen und Kandidaten jeweils maximal 10 Minuten Zeit, um ein besonders spannendes wissenschaftliches Phänomen möglichst ideenreich, witzig und originell zu präsentieren.

Von Berlin über Münster bis München: In Manching gehen mit Sebastian Huncke, Jessica Laxa, Mathias Mader, Stefan Merkle, Jens Notroff und Claudia Wick sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Standorten an den Start. Ebenso vielfältig ist auch die Palette der Fachrichtungen und Themen, die von Archäologie und Altphilologie über Physik bis Informatik reicht.

Ist Bilbo Beutlin ein Däne? Lassen sich Holzwürmer juristisch belangen? Wie klingt ein Wiedehopf auf Altgriechisch? Diesen und zahlreichen anderen Fragen gehen die fesselnden Kurzvorträge auf den Grund. Wer begeistert am meisten und gewinnt die begehrte Siegestrophäe, das „kultige Goldbäumchen?“ Darüber entscheidet schließlich das Publikum!

* Sachdienlicher Hinweis: Für derlei begeisterte Reaktionen seitens des Publikums infolge des Science Slams übernimmt das kelten römer museum übrigens keine Verantwortung.

Science Slam
HEUREKA!
Wissenschaft trifft Humor
Freitag · 11.11.2022

Einlass: 19 Uhr · Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: 10 Euro · Vorverkauf ab 10.10.2022

Moderation: Markus Strathaus

VVK Manching: kelten römer museum manching · Lotto-Ecke Käßer · Schreibwaren Rohm · Schreibwaren Legner · VVK Ingolstadt: Buchhandlung Stiebert

Der Slam sollte ursprünglich bereits 2020 stattfinden, musste damals aber Corona-bedingt abgesagt werden: alle bereits 2020 verkauften Tickets behalten ihre Gültigkeit!

Der erste Science-Slam „HEUREKA!“ am 11.11.2022 im kelten römer museum. Gestaltung: www.alexjohn-design.de. Illustration Eule: Adobe Stock/dovla 982.
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Römische Soldaten im Hochgebirge – Das augusteische Zeltlager auf dem Septimerpass (Schweiz)

Mittwoch, 12.10.2022, 18:00 Uhr
Dr. Werner Zanier (Bayerische Akademie der Wissenschaften, München)

Die ersten Metallfunde vom Septimerpass in der südöstlichen Schweiz wurden im Jahr 2004 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften von einem Sondengänger vorgelegt. In den Jahren 2007 und 2008 kam es dann zu gemeinsamen archäologischen Untersuchungen des Archäologischen Dienstes Graubünden und der Münchner Akademie.

Auf der Passhöhe des Septimer (2340 m ü. M.) bot ein 1,3 ha großes römisches Militärlager Platz für maximal 600 Soldaten, die in Zelten untergebracht waren. Im Norden und Süden wurde das Lager durch Rasensoden-Wälle begrenzt. Unter den etwa 950 antiken Metallfunden dominieren Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände. Gestempelte Schleuderbleie und eine in Stein geritzte Inschrift bezeugen die Anwesenheit von Soldaten der 3., 10. und 12. Legion.

Es handelt sich um das höchstgelegene Militärlager im gesamten Römischen Reich. Das Zeltlager wurde wohl zur Vorbereitung des sogenannten Alpenfeldzuges von 15 v. Chr. eingerichtet und diente saisonal bis etwa 16/17 n. Chr. der Sicherung und Kontrolle des Passübergangs. Derzeit werden die Grabungsergebnisse im Rahmen eines interdisziplinären Projektes ausgewertet.

Werner Zanier berichtet über den aktuellen Bearbeitungsstand und bindet die Ergebnisse in einen größeren historischen Rahmen ein: Unter Kaiser Augustus stießen römische Truppen nach Norden vor, um den Alpenbogen und sein nördliches Vorland bis zur Donau zu erobern. In der Folgezeit wurden die Alpenprovinzen, Rätien und das Noricum fest in das Imperium integriert.

Die Sonderausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen« ist am 12.10.2022 bis Vortragsbeginn geöffnet. Eine Anmeldung zum Vortrag ist nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

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»Im Westen was Neues – Aktuelle Ausgrabungen an der keltischen Stadtmauer von Manching«

Mittwoch · 21.09.2022 · 18:00 Uhr
Michael Seiler M.A. (Alfeld)
Britta Kopecky-Hermanns Dipl.-Geogr. (Aystetten)

Der Bau einer Hochwasserschutzmauer in der Nähe der Manchinger Kläranlage eröffnete den Archäologen 2020/2021 die seltene Gelegenheit, einen Einblick in den Aufbau der monumentalen Befestigung des keltischen Oppidums von Manching zu gewinnen. Michael Seiler und Britta Kopecky-Hermanns stellen nun die Ergebnisse der Ausgrabungen sowie der begleitenden geoarchäologischen und bodenkundlichen Untersuchungen am Rand der Paar-Aue vor.

Ihr kostenfreier Abendvortrag behandelt einen vollständigen Befestigungsabschnitt, der an der modernen Oberfläche im Gelände zwar nicht mehr sichtbar war, bei einer mehrmonatigen Grabung aber vollständig freigelegt werden konnte und noch in all seinen Teilelementen zu fassen war.

Die ansonsten nur aus keltischen Oppida westlich des Rheins bekannte Konstruktion eines murus gallicus – in Manching später ersetzt durch eine in einheimischer Bautechnik errichtete Pfostenschlitzmauer – konnte ebenso nachgewiesen werden wie verschiedene Grabenstrukturen im Vorfeld der imposanten Anlage.

Während in der über 80 Jahre andauernden Erforschung der Manchinger Stadtmauer das Augenmerk bislang auf vor allem auf den Wallabschnitten im Süden und Osten lag, war der konkrete Verlauf der Fortifikationen im Westen bislang unbekannt. An die Stelle von vagen Vermutungen hinsichtlich des Stadtmauerverlaufes in der westlichen Peripherie treten nun gesicherte Erkenntnisse.

Die aktuelle Erlebnisausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen« ist am 21.09.2022 bis zum Beginn des Vortrages geöffnet ist. Eine Anmeldung zum Vortrag ist nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

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Familiensonntag zum Tag des offenen Denkmals am 11.9.2022

Die Keltenstadt von Manching und das Römerkastell von Oberstimm gehören zu den bedeutendsten Bodendenkmälern Bayerns. Zum Tag des offenen Denkmals am 11. September 2022 lädt das kelten römer museum manching ab 10 Uhr zu einem Familiensonntag der besonderen Art ein.

Im Außenbereich erwecken zwei historische Römer-Gruppen die Armee der Cäsaren erneut zum Leben und stellen unter anderem ein antikes Artilleriegeschütz und eine römische Schreibstube vor. Im Museum wartet die Erlebnisausstellung „Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen“ mit einer Führung und einem interaktiven Workshop: Kleine und große Gäste können sogenannte Phalerae, also römische Militärorden, anfertigen. Und Thomas Kurtz, der Initiator der Sonderausstellung, taucht mit den Besucherinnen und Besuchern in die faszinierende Welt des Modellbaus ein.

Sagenhaft spannend wird es auch, wenn die Geschichtenerzählerin Ulrike Mommendey die Gäste in das Universum antiker Mythen und irischer Märchen entführt. Eine Radführung durch das keltische Manching rundet das reiche Angebot ab.

10:00–17:00 Uhr
2 Römergruppen:
Legio VIII Augusta
Legio III Italica pia fidelis

10:00–17:00 Uhr
Zinnguss und Modellbau mit Mules of Marius

10:30
Führung durch die Sonderausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen«

11:30 und 13:00
Irische Märchen und antike Mythen mit Ulrike Mommendey

14:00
Workshop »Falleri, Phalerae! Dein römischer Militärorden«

15:30
Radführung durch das keltische Manching

10:00–17:00 Uhr
Kuchentisch des Keltisch-Römischen Freundeskreises Manching e. V.

Plakatgestaltung: www.alexjohn-design.de
Illustrationen: Adobe Stock / Happypictures
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Konzert in der Schiffshalle des Kelten Römer Museums

Der Keltisch Römische Freundeskreis lädt am Sonntag 31. Juli 2022 um 18.30 Uhr zu einem außergewöhnlichen Konzert ein.

Im stimmungsvollen Ambiente der Schiffshalle im Kelten Römer Museum gastiert Kilian Sladek mit seiner Gruppe FRAGMENTS.

Die Musik von FRAGMENTS beruht auf einem „simplen Gedankenspiel“ (Donaukurier, Katrin Poese): Ein Sänger improvisiert auf Tonsilben und drückt damit mehr aus, als Worte je könnten. Warum also nicht den Text einfach weglassen? In einer farbenreichen Synergie zwischen Ambient Jazz und Neoscat wird der lyrisch-hauchige Bariton des Sängers mit den Klängen des Pianotrios verwoben. Die Offenheit ihrer Musik gibt FRAGMENTS genügend Raum für die Magie des Moments, in welchen bei Livekonzerten nicht selten auch das Publikum eingebunden wird. Inhaltlich beschäftigen sich die Stücke mit Übergängen zwischen den Jahreszeiten, Entwicklung und Aufbrüchen. Diese Themen muss das Publikum in der Musik erspüren, denn Sänger und Komponist Kilian Sladek nimmt dafür keine Lyrics zu Hilfe. Er benutzt die Vocals als Instrument, singt auf Scat-Silben und fügt sich damit organisch in den Sound seiner drei Mitstreiter Theodor Kollross (Piano), Susi Lotter (Bass) und Alexander Petri (Drums) ein. Ihr Ambient-Jazz-Stil klingt frisch und weit, die musikalische Gestaltung erzeugt Bilder im Kopf, die sich über die Intensität und Emotionen der Songs einschleichen und auch im großen Ganzen noch fein austarierte Details offenbaren. Auf ganz unprätentiöse Weise, die einen Kontrapunkt zum manchmal allzu intellektuellen Quartett-Jazz setzt, entfaltet der Sound eine Sogwirkung, die niemanden ausschließt: „Musik für jeden und nicht für Schubladen“ wollen Kilian Sladek und seine Truppe bieten – und das tun sie auch.“.

Besetzung:
Gesang – Kilian Sladek| Klavier – Theodor Kollross | Kontrabass – Susi Lotter |Schlagzeug -Alexander Petri

Eintritt 18 € Schüler/Studenten 12 €

Vorverkauf bei Uhren – Schmuck Fiedler oder Reservierung unter info@h-mayr.de

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Stadtplanung im keltischen Oppidum? Ergebnisse der Ausgrabung Manching-Logistikzentrum 2018

Mittwoch · 13.07.2022 · 18:00 Uhr
Dr. Hubert Fehr (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Thierhaupten)
kelten römer museum manching · Im Erlet 2 · 85077 Manching

Der Vortrag informiert über die Ergebnisse der bislang umfangreichsten Ausgrabung in der Keltenstadt von Manching: Im Jahr 2018 wurde ganz im Süden der Siedlung eine über 7 Hektar große Fläche ausgegraben. Hubert Fehr skizziert zunächst die aktuelle Situation der Bodendenkmalpflege im keltischen Oppidum. Anschließend stellt er den derzeitigen Kenntnisstand zu den zentralen Ergebnissen der Ausgrabung dar.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Erkenntnissen zur Entwicklung des Oppidums in seiner letzten Ausbauphase während des 2. Jahrhunderts vor Christus. Vor allem ein Grabensystem, das innen dem Keltenwall vorgelagert war, deutet darauf hin, dass der Ausbau der Siedlung in dieser Zeit einer planerischen Konzeption folgte.

Neben den Strukturen aus der Eisenzeit fanden sich auch Reste von Gebäuden des ehemaligen Fliegerhorstes Ingolstadt-Manching, der 1936 bis 1938 als Militärflughafen für die deutsche Luftwaffe errichtet und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs durch alliierte Bomben zerstört wurde.

Die aktuelle Erlebnisausstellung „Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen“ ist am 13. Juli 2022 bis Vortragsbeginn geöffnet. Eine Anmeldung ist nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

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Der Esel im Schneckenhaus – Magische Mischwesen auf römischen Gemmen

Mittwoch, 22.06.2022, 18:00 Uhr
Markus Strathaus M.A. (kelten römer museum manching)

»Was sich die Alten dabei gedacht haben, mag der Himmel wissen«. Was Johann Wolfgang von Goethe ­in einem Brief von 1788 stutzig stimmte, war der Anblick einer wahrlich monströsen Kreatur, die auf einer römischen Gemme abgebildet war.

Die reiche Bilderwelt römischer Gemmen – also geschnittener Schmucksteine – umfasst auch phantastische Mischwesen, die sich aus Widdern, Eseln, Schnecken, Adlern oder mythischen Figuren wie Silenen und Pegasoi zusammensetzen. Manchmal dienen sie auch anderen Figuren wie Eroten, Mäusen oder Heuschrecken als Reittiere.

Diese veraltet als »Grylloi« benannten Bilder sollten jedoch nicht bloß zum Lachen reizen. Obgleich sie sich auch heute noch einer eindeutigen Dechiffrierung entziehen, weisen sie bei näherer Untersuchung eine Verwandtschaft – oder sogar Zugehörigkeit – zu den sogenannten Magischen Gemmen auf. Dies legen auch eingravierte Zauberzeichen und Beschwörungsformeln nahe. Als Talismane bzw. Amulette am Körper getragen, mochten sie Lebenskraft, Liebeszauber und Wohlstand bewirken oder Unheil abwehren.

Lassen sich die Bedeutungen einzelner Motive entschlüsseln? Und sind mögliche Funktionen erkennbar? Markus Strathaus beleuchtet in seinem spannenden Vortrag eine Auswahl dieser außergewöhnlichen Darstellungen als faszinierende Zeugnisse römischer Alltagskultur.

Die aktuelle Sonderausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen« ist am 22. Juni 2022 bis zum Beginn des Vortrages geöffnet.

Motiv:
Mischwesen aus Hahn, Silen, Widder und Pferd auf einer römischen Karneolgemme
© Staatliche Münzsammlung München / Foto: Nicolai Kästner
Motiv:
Mischwesen aus Hahn, Silen, Widder und Pferd auf einer römischen Karneolgemme
© Staatliche Münzsammlung München / Foto: Nicolai Kästner
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Aktenzeichen VAR ungelöst – 30 Jahre Forschungen zur Varusschlacht in Kalkriese

Mittwoch, 11.05.2022, 18:00 Uhr
Dr. Stefan Burmeister (Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese)
kelten römer museum manching · Im Erlet 2 · 85077 Manching

»Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen wieder!« Diese berühmten Worte soll Kaiser Augustus verzweifelt ausgerufen haben, als ihn die Botschaft vom furchtbaren Untergang des Feldherrn Publius Quinctilius Varus erreichte. Doch was hatte sich im Jahr 9 n. Chr. in den rauen Gefilden Germaniens wirklich abgespielt? Und vor allem: Wo?

Schenken wir dem eingangs zitierten Geschichtsschreiber Sueton Glauben, hatte Augustus tatsächlich genug Gründe zur Verzweiflung: Drei römische Legionen waren samt Hilfstruppen und Versorgungstross von germanischen Kriegern vollständig aufgerieben worden. Der Befehlshaber Varus hatte sich in sein eigenes Schwert gestürzt. Die Varusschlacht – auch bekannt als Schlacht im Teutoburger Wald – bildete ein traumatisches Ereignis, mit dem der ehrgeizige Traum von einem »Imperium ohne Grenzen« vorerst geplatzt war.

Mittlerweile haben sich knapp 700 verschiedene Theorien zur Lokalisierung der Varusschlacht entwickelt. Verstärkt in den Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit rückte das niedersächsische Kalkriese. Dort wird seit mehr als 30 Jahren archäologisch geforscht, mehr als 7.000 römische Funde sind bislang ans Tageslicht getreten. Ist Kalkriese ein Ort der historischen Varusschlacht?

Vieles spricht dafür, doch Zweifel an dieser Deutung stehen weiterhin im Raum. Zwei historische Ereignisse für den Fundniederschlag vor Ort werden diskutiert: War es die Varusschlacht von 9 n. Chr. oder die Schlacht an den Langen Brücken im Jahr 15 n. Chr.? Weder die Archäologie noch die Geschichtswissenschaft erlauben bislang eindeutige Aussagen.

Dr. Stefan Burmeister stellt die grundlegenden Probleme bei der historischen Interpretation des Fundplatzes dar und gewährt Einblicke in die archäologischen Forschungen in Kalkriese. Die jüngsten Ergebnisse geben Anlass, den Fundplatz neu zu denken. Die Untersuchungen bleiben somit work in progress, an dem die Zuhörerinnen und Zuhörer für einen Abend teilhaben können.

Der Vortrag gehört zum Rahmenprogramm der aktuellen Sonderausstellung »Im Dienste Roms – Legionen und Hilfstruppen«, die am 11. Mai 2022 bis zum Beginn des Vortrages geöffnet ist. Eine Anmeldung zum Vortrag ist nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

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